Der Aargau unterstützt den
Bruno-Weber-Skulpturenpark
mit 600 000 Franken.


 

 

Autor: Michael Ehrler
Quelle: Aargauer Zeitung 20.12.2005

 

 

Die Vollendung des Wassergartens ist die Krönung des künstlerischen Werkes von Bruno Weber.

 

 


Bruno Weber mit Plan des Projektes Wassergarten
Foto: Walter Schwager

 

 

Dank einer Unterstützung des Kantons Aargau mit 600 000 Franken soll die Vision in den nächsten fünf Jahren Realität werden.

 

 

Künstlerischer Höhepunkt des Projektes sind drei rund acht Meter grosse Beton-Raupen. Zusätzlich werden Räume für die touristische Erschliessung gebaut, um den wachsenden Besucherströmen längerfristig gerecht werden zu können. Diese Infrastruktur wird als erstes gebaut und kostet 1,3 Millionen Franken.

 

 

«Pessimisten hatten das Projekt bereits aufgegeben. Ich selber war auch schon ein halber Pessimist», sagt Bruno Weber.

 

 

Er wisse schliesslich, wie langsam die politischen Mühlen mahlen. «Der Entscheid des Kantons hat mir deshalb gut getan.» Dies umso mehr, als ihn die Bürger von Spreitenbach Anfang Dezember enttäuscht hatten, als sie einen Projektbeitrag von 70 000 Franken für seinen Skulpturenpark knapp ablehnten.

 

Drei Meter hohe Seepferde

 

Bruno Weber vor dem geplanten Wassergarten Foto: Walter Schwager
 

 

 

Mit den 600 000 Franken aus dem Lotteriefonds des Kantons ist die Basis für den Ausbau des bereits zu zwei Fünfteln bestehenden Wassergartens gelegt. «Ohne dieses Geld hätten wir im Frühling nicht beginnen können», sagt der 74-jährige Künstler. Er habe immer an ein Wunder geglaubt, nun könne er die «Krönung» seiner Anlage in Angriff nehmen.

 

 

Es handelt sich dabei um ein Gebäude in der Form von drei Raupen, die bis zu acht Meter in den Himmel ragen und seitlich einen künstlichen Teich begrenzen. Das «Haus der Wandlung», wie Weber diesen Teil auch nennt, bildet den künstlerischen und bautechnischen Höhepunkt des Skulpturenparks.

 

 

Im Erdgeschoss sollen Ausstellungsräume, WCs und Räume für die touristische Nutzung untergebracht werden. Durch das Erdgeschoss erhält der Park die überfällige touristische Infrastruktur, die dem stark wachsenden Besucherstrom Rechnung trägt.

 

 

Bereits jetzt kommen jährlich rund 18 000 Personen auf das Gelände an der Kantonsgrenze zwischen Zürich und Aargau.

 

 

Als sich Webers Vision vom Wassergarten konkretisierte, habe er rasch gesehen, dass dieses Vorhaben die eigenen finanziellen Kapazitäten sprengen würde. Die Stiftung Bruno Weber rechnet mit Gesamtkosten von 5 Millionen Franken.

 

 

Mittragen sollen die Kosten nebst dem Aargau auch der Kanton Zürich sowie zahlreiche Sponsoren.

 

 

Zumindest für die erste Bauetappe, das Sockelgeschoss, stehe die Finanzierung. Man sei aber weiterhin auf Sponsorensuche.

 

 

Künstler soll Werk selbst abschliessen

 

Der Leiter der kantonalen Kultur-Abteilung, Hans Ulrich Glarner, erachtet den gesprochenen Beitrag als ein «markantes kulturpolitisches Engagement» und einen «ausserordentlichen» Entscheid des Regierungsrates. Es sei insofern konsequent, als sich die Regierung einst auch für die Umzonung des einst umstrittenen Geländes eingesetzt habe.

 

 

Das Geld geht laut Glarner an einen Künstler, der in seiner Art weltweit einzigartig ist und den man nicht im Kunsthaus fördern kann, sondern nur vor Ort in Spreitenbach.

 

 

 «Wir erachten es zudem als ausserordentlich wichtig, dass das Werk vom Künstler selbst abgeschlossen werden kann», erklärte Glarner. Zudem relativiere sich der hohe Betrag durch die nachhaltige Wirkung, die mit dem Betrag erzielt werden könne. Er schaffe die Voraussetzung, dass der Betrieb selbsttragend sein wird. Zum anderen verteile sich der Betrag auf die nächsten vier Jahre. 300 000 Franken sind für das Sockelgeschoss vorgesehen, die restlichen 300 000 für die weiteren Ausbauschritte.

 

 

Im nächsten Frühling beginnt der Aushub für das Sockelgeschoss, das im Sommer 2007 abgeschlossen werden soll. Im März 2007 soll der Bau des Raupenhauses beginnen – der mit 2,6 Millionen Franken teuersten Etappe.

 

 

Nicht nur die Kosten stellen aus heutiger Sicht eine Herausforderung dar. Die geplante Skulptur stellt Weber auch vor technische und materielle Probleme. Der Bau sei äusserst dünnwändig, deshalb auch von der Statik her sehr anspruchsvoll. In diesem Bereich wird er von Fachleuten der ETH Zürich unterstützt. Dennoch sei offen, ob der Zeitplan eingehalten werden könne. Im Mai 2009 soll schliesslich mit dem eine Million Franken teuren Wasserteich der Abschluss erfolgen.

 

 


 

 

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Aktualisiert: 04.12.07                   © Bruno Weber